08.05.2023

Einstieg in den E-Commerce: Die Basics

Du hast den E-Commerce für den Vertrieb Deiner Produkte entdeckt und möchtest einen Online-Shop eröffnen oder die Artikel aus Deinem stationären Geschäft nun zusätzlich online präsentieren? Dann solltest Du Dich vorab gründlich informieren. Der E-Commerce hält nämlich nicht nur viele Möglichkeiten für Dich als Händler bereit, sondern bringt auch gewisse Herausforderungen und Einstiegshürden mit sich. Es gibt einiges, über das Du Dir im Vorhinein im Klaren sein solltest. Auch rechtliche Vorgaben müssen erfüllt werden. Damit Dein Einstieg in den E-Commerce kein Reinfall wird, zeigen wir Dir, welche Schritte für den Start eines Online-Shops notwendig sind und was es zu beachten gilt.

Die Grundlage für einen erfolgreichen Online-Shop

Es macht natürlich einen Unterschied, ob Du bereits ein stationäres Geschäft führst und Deine Produkte jetzt auch online verkaufen möchtest oder, ob Du Deine Karriere als Händler gerade erst startest. Grundsätzlich gilt jedoch, dass Du Dir im Vorhinein überlegst, wo Du gerne hin möchtest. Zuallererst die Frage: Möchtest Du ein Nischenprodukt verkaufen oder willst Du in den Großhandel einsteigen? Falls Du Dich für das Nischenprodukt entschieden hast, welches ist Deine Nische? Welche Produkte möchtest Du vertreiben: selbst produzierte oder Fremdware? Wie groß ist Deine Produktpalette? Je nachdem, wie groß sie ist, solltest Du Dich auch mit dem Thema eigenes Lager und Versandmöglichkeiten auseinandersetzen. Oder kommt für Dich nur Dropshipping in Frage? Dann brauchst Du kein Lager, bist aber auf den zuverlässigen Versand des Großhändlers oder Herstellers, dessen Ware Du vertreibst, angewiesen und zahlst höhere Einkaufspreise. Die Marge fällt also geringer aus. Darüber hinaus ist es wichtig, den Bedarf an Deinem Produkt zu ermitteln. Wird Dein Produkt nachgefragt? Auch die Konkurrenz solltest Du unbedingt checken. Kannst Du da mithalten? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, geht es an die digitale Umsetzung und weitere Schritte, um Deinen Online-Shop effizient und rechtmäßig aufzusetzen.

 B E F O R E   Y O U   S T A R T 

#1 Denk Dir einen einprägsamen Namen für Deinen Shop aus und kümmere Dich um Domain & Hosting

Einen Namen zu finden, ist nicht so einfach. Im besten Fall ist er kurz und prägnant. Wenn sich der Name bei den Usern einprägt und Du sie mit Deinen Produkten überzeugst, kommen sie wieder. Gerade bei Nischenprodukten ist es gut, wenn die Nische sich in irgendeiner Form im Namen wiederfindet oder sich mit dieser in Verbindung bringen lässt. Außerdem sollte er zu Deiner Zielgruppe passen. Hier bietet sich an, mal in Deinem Freundes- und/oder Bekanntenkreis herumzufragen. Was verbinden sie mit Deinem Produkt? Was würden sie in Suchmaschinen eingeben, um Dein Produkt zu finden? Wenn Du Deinen Shopnamen gefunden hast, solltest Du unbedingt im Markenregister überprüfen, ob der Name bereits vergeben oder sogar als Marke eingetragen ist. Stelle sicher, dass Deine Domain verfügbar ist. Versuche, dass der Domainname weniger als drei Silben hat, damit dieser leicht zu merken ist. Dann registrierst Du die Domain. 

Denke auch an die Rechtsform Deines Shops. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Hosting. Mit dem Hosting wird sichergestellt, dass Deine Webseite online gestellt wird und für Deine Nutzer verfügbar ist. Du mietest sozusagen bei einem Hosting-Anbieter Speicherplatz im Internet, wo Deine Daten gespeichert werden. Denn nur so ist es möglich, dass Deine Website bzw. Dein Shop einwandfrei funktioniert. Deshalb solltest Du hier einen seriösen und zuverlässigen Anbieter wählen.

#2 Wähle das für Dich passende Shopsystem

Die Auswahl des richtigen Shopsystems ist nicht einfach: Inzwischen gibt es zahlreiche System-Anbieter, die sich jedoch in ihren Ausstattungsmerkmalen und Eigenschaften stark unterscheiden. Du kannst auch verschiedene ausprobieren und schauen, womit Du am besten zurechtkommst. Grundsätzlich können drei Kategorien unterschieden werden:

  • Baukastensysteme
    Baukastensysteme sind vor allem für Einsteiger empfehlenswert. Denn hier bekommst Du Website, Hosting, Domain und Shopsystem aus einer Hand. Du bräuchtest Dir also keinen extra Hosting-Anbieter zu suchen. Baukastensysteme gibt es von unterschiedlichen Anbietern. Hier solltest Du auf eine einfache Anwendung achten, aber auch für welche Produktpaletten sie geeignet sind. Manche Systeme sind beispielsweise nicht für große ausgelegt. Darüber hinaus solltest Du einen Blick auf die Kosten haben. Oft sind Shopsysteme über ein einfaches Plugin möglich. Betreibst Du beispielsweise Deine Website über WordPress, kannst Du sie über das Plugin WooCommerce um ein Shopsystem ergänzen. Auch Wix gewinnt immer mehr an Bedeutung und ist gut für unerfahrene Einsteiger geeignet.

  • Spezialisierte Shopsysteme
    Wie der Name Spezialisierte Shopsysteme schon sagt, ist hier der Fokus auf den reinen Shop gerichtet. So können beispielsweise mit Shopify oder Shopware moderne und professionelle Shops erstellt werden. Diese Systeme sind oft flexibler und innovativer. Du kannst Dir auch ohne Programmierkenntnisse einen sehr individuell auf Deine Wünsche zugeschnittenen Shop „bauen“. Diese Shopsysteme sind für kleine bis mittlere Shopgrößen geeignet.


  • Komplexe Warenwirtschaft
    Wenn Du direkt groß durchstarten möchtest, dann kommen umfassende Warenwirtschaftssysteme ins Spiel. Es gibt All-in-one-Cloud-Lösungen, wie die Pickware Cloud: Diese haben neben dem Online-Shop auch ein Warenwirtschaftssystem integriert sowie eine POS-Lösung für die Kasse des Ladengeschäfts oder den Verkauf auf Marktplätzen wie Amazon, eBay oder Etsy. Das heißt Umsätze können hier genau zugewiesen werden.


Insgesamt sind bei der Auswahl mehrere Punkte ausschlaggebend. Wie steht es um die finanziellen, aber auch die zeitlichen Ressourcen? Denn ein Shop schmeißt sich nicht von selbst. Neben der Abwicklung der Verkäufe fällt die Buchhaltung an. Hinzu kommt die Administration sowie die Aktualisierung von Produktbeschreibungen und ähnlichem. Ebenso sollten die Bedürfnisse des stationären Geschäfts berücksichtigt werden. Auch die Größe der Produktpalette bzw. das Sortiment spielt eine entscheidende Rolle. Darüber hinaus sollten Überlegungen zu einem möglichen Wachstum Deines Shops in der Zukunft in Deine Auswahl mit einfließen.
Domain & Hosting

#3 Je mehr Schnittstellen, desto wichtiger ist ein Warenwirtschaftssystem

Falls das Warenwirtschaftssystem nicht direkt im Shopsystem integriert ist, ist es sinnvoll, direkt zu Beginn in digitale Prozessschritte zu investieren und ein Warenwirtschaftssystem bei einem Shopanbieter als Plugin einzubinden. Denn je umfangreicher Dein Sortiment ist, je größer Deine Lieferantenanzahl, je mehr Kunden kaufen und die Ware vielleicht wieder zurückschicken oder nicht zahlen, desto mehr Schnittstellen hast Du. Ein Warenwirtschaftssystem ist da schlichtweg unverzichtbar. 

Ist Dein Shop bzw. Dein Sortiment groß, solltest Du auch über eine Versandhandelslösung nachdenken. Diese kann in den Shop integriert werden. So reduziert sich der organisatorische Aufwand. Mithilfe der Software können viele Abläufe automatisiert werden. Du kannst beispielsweise alle Lieferscheine, Rechnungen und Lieferetiketten in einem Rutsch erstellen, drucken oder bearbeiten.

#4 Steuerliche Anforderungen bzw. rechtliche Vorgaben unbedingt beachten

Auch bei den Themen rechtliche Vorgaben und steuerliche Anforderungen an einen Online-Shop ist einiges zu beachten: Tust Du das nicht, kann es schnell zu einer Abmahnung kommen, die oft mit hohen Kosten verbunden ist. Deshalb ist es gerade zu Beginn ratsam, kommerzielle Anbieter hinzuzuholen, die sich auf Rechtstexte und Rechtsberatung von Onlinehändlern spezialisiert haben, wie beispielsweise IT Recht-Kanzlei München oder Trusted Shop.

Grundsätzlich benötigt jeder Online-Shop:

  • AGB & Widerrufsrecht (Widerrufsbelehrung)
  • Impressum (Vor- und Nachname des Verantwortlichen, Adresse Deines Shops, Kontaktmöglichkeiten, Gerichtsstand sowie eventuell Umsatzsteuer-ID)
  • Datenschutzerklärung
  • Cookies-Hinweis
  • Angaben zu Lieferterminen bzw. Versandbedingungen
  • transparente Preis- und Steuerangaben

#5 Versicherungen

Last but not least: Welche Versicherungen solltest Du für Deinen Shop unbedingt abschließen? Das Minimum sind die Betriebshaftpflichtversicherung sowie die Geschäftsinhaltsversicherung. Aber auch eine Vermögenshaftpflichtversicherung, Cyber-Versicherung und Gewerbeschutzversicherung sind zu empfehlen. Wenn Du Dich hiermit noch nicht beschäftigt hast, kannst Du Dir unseren Beitrag "Blog: Die 5 wichtigsten Versicherungen für Shops – solute GmbH" anschauen. Hier haben wir die wichtigsten Versicherungen, und was sie genau abdecken, zusammengetragen.

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FAZIT

Das hört sich jetzt erstmal nach sehr viel an, was es zu beachten gilt. Auch die Überlegungen im Vorfeld bzw. die zu treffenden Entscheidungen scheinen auf den ersten Blick ein bisschen herausfordernd, aber mit einem sorgfältig durchdachten Konzept ist die Umsetzung dann relativ einfach. Außerdem bewahrt die Vorarbeit vor einem schlechten Start bzw. einem Reinfall – und das ist es doch wert!


Nicola Bächle

Nicola Bächle

Nicola ist spezialisiert auf die Erstellung und Bereitstellung von hilfreichen Inhalten rund um das Thema E-Commerce. Durch intensive Recherchen und das Konsultieren von Experten stellt sie Fachwissen übersichtlich aufbereitet zur Verfügung.


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