02.04.2024

E-Commerce News | Quartalupdate Q1/2024

KI-News

❱ OpenAI stellt neues KI-Modell Sora vor: Videos werden aus Textprompts kreiert

Letztes Jahr sorgte der Chatbot ChatGPT des Startups OpenAI für große Aufregung. Mithilfe des KI-Tools können Texte verfasst oder Bilder generiert werden. Nun stellt das Unternehmen sein neuestes KI-Tool, namens „Sora“, vor. Sora kann auf Grundlage von Textprompts Videos kreieren, ähnlich wie „Lumiere“ von Google. Nicht alle sind von der Technik begeistert, da sie auch Gefahren birgt. Die Videos wirken sehr authentisch und sind für Laien nicht auf Anhieb als Fake zu erkennen. Mit sogenannten Deep-Fake-Videos werden jetzt schon gezielt Desinformationen in den sozialen Medien verbreitet. Zwar arbeiten OpenAI, Microsoft und Google daran, dass die Verifizierung von Inhalten verbessert wird, dennoch ist die Technik vor Missbrauch nicht gefeit. Auch Filmschaffende sehen das Tool kritisch, da es teilweise den Job der Kameraleute übernehmen oder in der Zukunft ganze Filme generieren kann. Zurzeit steht Sora der Öffentlichkeit noch nicht zur Verfügung, sondern wird noch getestet.

❱ Gemini 1.5 Pro: Googles AI-Modell vergrößert Kontextfenster um Vielfaches

Google stellt ein Update seines KI-Systems Gemini vor. Bei der neuen Version wurde das Kontextfenster um ein Vielfaches vergrößert. Mit Gemini 1.5 Pro können nun, statt der jetzigen 32.000 Token, eine Million Token verarbeitet werden. Zum Vergleich: GPT-4 schafft 128.000 Token. Durch die Expansion des Kontextfensters können viel mehr Informationen gleichzeitig verarbeitet und analysiert werden: sowohl Bilder und Videos als auch Text und Audios. Für Entwickler und Unternehmen ist Gemini 1.5 Pro in begrenztem Rahmen zum Testen freigeschaltet, private Anwender sollen folgen. Die Preise staffeln sich je nach Größe des Kontextfensters, die Standardeinstellung soll bei 128.000 Token liegen.

❱ Elon Musk will Source-Code für selbst entwickelten Chatbot Grok der Öffentlichkeit zugänglich machen

Wie alle großen Player hat auch Elon Musk einen Chatbot auf den Markt gebracht. Dieser hört auf den Namen „Grok“ und ist zurzeit nur für die Premium-Kunden von X (ehemals Twitter) verfügbar. Musks Startup xAI, das den Chatbot entwickelt hat, will den Source-Code für Grok nun jedoch der Öffentlichkeit zugänglich machen. Entwickler rund um den Globus können dann Änderungen am Source-Code vornehmen. Offenbar ist dies auch Teil des Vorgehens gegen OpenAI. Elon Musk verklagt das Unternehmen, weil es sich von dem Ziel, AI (KI) zum Wohl der Menschen zu nutzen, entfernt habe. Stattdessen würde OpenAI die künstliche Intelligenz zur Profitgenerierung von Microsoft nutzen. Das widerspreche der ursprünglichen Abmachung bei der Gründung von OpenAI - dessen Mitbegründer er ist. Außerdem sei der Source-Code von OpenAI gar nicht „open“ – also der Öffentlichkeit zugänglich.

Händler News

❱ Digital Markets Act verändert den Online-Handel 

Das Digital Markets Act (DMA) zielt darauf ab, den digitalen Markt fairer zu gestalten, indem die dominante Macht einiger großer Unternehmen, auch bekannt als Gatekeeper, eingeschränkt wird. Die EU möchte sicherstellen, dass alle Marktteilnehmer gleiche Chancen haben, in einem ausgewogenen Umfeld zu agieren. Die DMA-Regulierung betrifft insbesondere große Online-Plattformen wie Alphabet (Google), Meta, Microsoft, Amazon, Apple und ByteDance, die eine bedeutende Kontrolle über den Markt haben. Seit dem 6. März 2024 sind diese Gatekeeper verpflichtet, Dritten den Zugang zu ihren Diensten zu ermöglichen, gewerblichen Nutzern Daten zur Verfügung zu stellen und ihre Werbemethoden unabhängig prüfen zu lassen. Darüber hinaus dürfen sie ihre eigenen Dienste nicht mehr bevorzugt behandeln. Diese Maßnahmen kommen nicht nur Händlern zugute, die auf Gatekeeper angewiesen sind, sondern auch Start-ups haben bessere Chancen auf dem Markt. Verbraucher profitieren ebenfalls vom DMA, da sie nun eine größere Auswahl an Dienstleistungen haben und ihre Daten besser geschützt sind. Sie können beispielsweise mit Nutzern verschiedener Messenger-Dienste kommunizieren und müssen nicht mehr vorinstallierte Software akzeptieren. Außerdem gibt es strengere Kontrollen beim Umgang mit personenbezogenen Daten, um sicherzustellen, dass Benutzer nur mit ihrer Zustimmung Werbung erhalten oder ihre Daten weitergeben.

Für Unternehmen, die die neuen Regeln des DMA nicht befolgen, können hohe Geldstrafen verhängt werden, die bis zu zehn Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes betragen können. Bei wiederholter Nichteinhaltung können diese Strafen sogar auf bis zu 20 Prozent erhöht werden.

❱ Neues Tool soll helfen, Retouren im E-Commerce zu vermeiden

Ein Team der Hochschule Hof hat sich des Themas Retouren angenommen. Denn in Deutschland werden über 50 Prozent der Artikel zurückgeschickt, besonders in der Bekleidungsbranche. Neben dem hohen CO2-Abdruck sind die Retouren für die Online-Händler mit fünf bis zehn Euro pro Artikel auch sehr teuer. Um Retouren zu vermeiden, hat das Team der Hochschule Hof einen Online-Demonstrator entwickelt, mit dessen Hilfe Kunden das gewünschte Kleidungsstück virtuell anprobieren können. Die Kunden können so sehen, ob das Kleidungsstück passt. Das Tool verwendet ein Kamerabild des Kunden und dank der fotorealistischen Bilder kann der Kunde das Kleidungsstück aus verschiedenen Blickwinkeln und in unterschiedlichen Posen begutachten und erst dann bestellen. Das Tool soll als Open-Source-Software veröffentlicht werden, damit Unternehmen es auf ihre Bedürfnisse anpassen können.

❱ Amazon will in vielen Produktbereichen den Rückgabezeitraum auf 14 Tage verkürzen

Seit dem 25. März hat Amazon den Rückgabezeitraum in mehreren Produktkategorien deutlich von 30 Tagen auf lediglich 14 Tage verkürzt, in denen Kunden die gekaufte Ware zurückgeben dürfen. Dazu gehören „Kameras, Computer und Elektronikprodukte, Videospiele, Videos, DVDs und Musik sowie Produkte der Kategorien Bürobedarf und kabellos“. Von der Neuerung ausgeschlossen sind Amazon Renewed-Produkte sowie Amazon-Geräte, also beispielsweise hauseigene Elektronik wie Echo-Lautsprecher, Fire-Streaming-Geräte oder E-Book-Reader von Kindle. Um die Änderung des Rückgabezeitraums möglichst reibungslos zu gestalten, gibt es eine Übergangsfrist zwischen dem 25. März und 25. April, in der eine Rücksendung innerhalb von 30 Tagen beantragt werden kann. Anbieter, die von der Möglichkeit „Versand durch Verkäufer“ Gebrauch machen, können selbst entscheiden, ob sie den Rückgabezeitraum wieder verlängern, sie müssen dann allerdings die „Richtlinien für Warenrücksendungen und Erstattungen in Seller Central aktualisieren“, teilt Amazon mit. Darüber hinaus müssen die Amazon-Seller die Rechtstexte aktualisieren. Wie OHN berichtet, reagieren die Händler positiv auf den verkürzten Rückgabezeitraum, da sie sich dadurch einen Rückgang der hohen Retourenquoten erhoffen.

Online-Marketing News

❱ Erneuter Versuch, ein TikTok-Verbot in den USA zu erwirken

Schon seit Jahren wird versucht, ein TikTok-Verbot zu erwirken, da die Datensicherheit des chinesischen Mutterkonzerns ByteDance massiv angezweifelt wird. Im April letzten Jahres verbot der US-Bundesstaat Montana TikTok. Aber sowohl die Betreiber des Service als auch Nutzer reichten Klage ein. Diese hatte Erfolg, daher legte Anfang Dezember ein Bundesrichter die Entscheidung Montanas auf Eis. Das Verbot für US-Abgeordnete, TikTok auf dem Diensthandy zu benutzen, hat jedoch Bestand. Das Verbot existiert auch in Kanada sowie für die EU-Kommission. Nun hat der amerikanische Kongress erneut abgestimmt und mit großer Mehrheit für eine Trennung von ByteDance und TikTok gestimmt. Das lehnt TikTok CEO Shou Chew jedoch ab. Wie es hier weitergeht, bleibt abzuwarten.

❱ Apple will für iPhones KI-Technologie von Googles Gemini einsetzen

Apple steht offenbar in Verhandlungen über die Nutzung der KI-Technologie von Googles Gemini für ihre iPhones. Die Technologie soll Funktionen, die auf generativer KI basieren, ermöglichen. Apple „habe zwar auch eine eigene KI entwickelt, werde für Funktionen rund um die sogenannte generative KI aber auf das Programm Gemini setzen“, so die Nachrichtenagentur Bloomberg. Laut Tagesschau hinke Apple bei der Integration von KI-Anwendungen in seine Produkte hinterher. Das Unternehmen plant aber, stark in diese Technologie zu investieren.

Nicola Bächle

Nicola Bächle

Nicola ist spezialisiert auf die Erstellung und Bereitstellung von hilfreichen Inhalten rund um das Thema E-Commerce. Durch intensive Recherchen und das Konsultieren von Experten stellt sie Fachwissen übersichtlich aufbereitet zur Verfügung.


Weitere Artikel